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Newsletter "Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank" vom 25.10.2017

Liebe Nutzerinnen und Nutzer der MHDBDB,

Das Jahr 2016 war für unser kleines Team überaus ereignisreich, manchmal herausfordernd, zugleich und letztlich doch wiederum sehr erfolgreich:

Im August wurde die MHDBDB von ihrem geistigen Vater, Prof. Klaus M. Schmidt, an die Universität Salzburg übertragen. Wir danken dir, lieber Klaus, für deine verdienstvollen Leistungen im Bereich der Digital Humanities und dafür, dass du auch weiterhin ehrenamtlich an der MHDBDB mitarbeitest!

Im Zuge dieser organisatorischen Anbindung ist die MHDBDB auch formeller Teil des Interdisziplinären Zentrums für Mittelalter und Frühneuzeit (IZMF) der Universität Salzburg geworden. Wir freuen uns daher auf eine noch intensivere Zusammenarbeit!

Anfang Dezember startete schließlich unter der Leitung unseres Kollegen Daniel Schlager, der für Konzept und Durchführung verantwortlich ist, offiziell unser großer Relaunch, für den wir allerdings schon seit Anfang 2015 intensive Vorarbeiten leisten.

Wir blicken hoffnungsvoll und voll positiver Erwartungen ins neue Jahr: Die MHDBDB, die bereits in den 1970er Jahren ins Leben gerufen wurde, ist heute sehr viel zu leisten imstande und wir können stolz auf ein Korpus von knapp 10,5 Millionen annotierten Wörtern verweisen. Jetzt, da ihr Bestehen dank der Überführung in die neueste Technik gesichert ist, wissen wir, dass sie unseren NutzerInnen auch zukünftig zur Verfügung stehen wird.
Wir danken daher im Namen aller Forschenden, Lehrenden, Studierenden und anderweitig Interessierten der Universität Salzburg, insbesondere Rektor Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger und Vizerektorin Ao.Univ.-Prof. Dr. Sylvia Hahn, für die Möglichkeit, die MHDBDB "NEU" mit innovativen und intuitiven Open Access-Nutzungsmöglichkeiten an modernste Standards anpassen zu können, auf die unsere Universität stolz sein kann!


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Wir wünschen Ihnen für die kommenden Weihnachtsfeiertage unzählige schöne, friedvolle Augenblicke des Krafttankens!

Das Team der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank




Relaunch

Relaunch der MHDBDB

In den kommenden zwei Jahren wird die MHDBDB einem Redesign und einer Migration unterzogen.
Die vorhandenen Texte werden dabei in das XML-TEI-Format konvertiert. TEI (Text Encoding Initiative) stellt heute einen de facto-Standard in den Geisteswissenschaften dar und wird zur Kodierung und Auszeichnung von Texten verwendet.
Weiters wird die Oberfläche komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand der Technik und Usability gebracht. So kann die MHDBDB danach auch auf mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones genutzt werden.
Eine neue Abfragesprache wird komplexe Recherchen ermöglichen, ebenso die Verknüpfung mit externen Datenquellen und auch den Export der Daten in die unterschiedlichsten Formate wie z.B. PDF, TEI, LaTeX, XLS oder Graphen (zur weiteren Verarbeitung z.B. mit Gephi).

Wir halten Sie über den Fortschritt auf dem Laufenden.

Projekte

Studierendenprojekt "Chronologische Daten"

Im November ist das MHDBDB-Studierendenprojekt "Chronologische Daten" angelaufen, bei dem Studierende lernen, mit autorenspezifischen Nachschlagewerken zu hantieren, insbesondere dem Verfasserlexikon – Die deutsche Literatur des Mittelalters, dem Killy Literaturlexikon – Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes sowie dem aktuellen digitalen Verbund des Verlags de Gruyter, der Verfasser-Datenbank. Dabei soll ein erweiterter Überblick über die deutsche Literatur des Mittelalters gewonnen werden, der über den Rand 'kanonisierter' Literatur hinausreicht.
Gleichzeitig helfen die Studierenden aktiv mit, die Metadaten der MHDBDB (Klick auf die Textsiglen) mit chronologischen Informationen zur Entstehungsgeschichte der jeweiligen Texte anzureichern, indem sie in eine vordefinierte Maske Zeiträume (meist Jahrhunderte) eingeben, in denen ein Werk aller Voraussicht nach entstanden ist.

Neben der Aktivierung eines chronologischen Filters in der Textliste der MHDBDB werden damit Visualisierungsanwendungen im Hinblick auf das mit den Daten verknüpfte Wortmaterial für einzelne Wortsuchen möglich (Symbolfoto):



Für die Testphase des Projektes haben sich dankenswerter Weise erstmals Studierende aus der VU "Überblick und Lektüre" (WS 16/17, Dr. Siegrid Schmidt) der Universität Salzburg dazu bereit erklärt, im Rahmen einer kleinen Hausarbeit eine geringe Anzahl an Texten mit den gewünschten Daten zu versehen.

Wenn Sie Interesse daran haben, im Rahmen einer Lehrveranstaltung ebenfalls ähnliche Aufgaben an Ihre Studierenden zu vergeben, so kontaktieren Sie uns bitte unter mhdbdb@sbg.ac.at! Wir freuen uns über Ihre Mitarbeit und werden alles Nötige vorbereiten.

MHDBBD-Newsletter-Tutorials

MHDBBD-Newsletter-Tutorial #1

Ab sofort werden wir jedem Newsletter, den Sie von uns erhalten, eine kurze Anleitung über eine spezielle Suchmöglichkeit in der MHDBDB beigeben („MHDBBD-Newsletter-Tutorials“). Dieses Format hat sich bereits auf unserer Facebook-Seite gut bewährt, zu der wir Sie ebenfalls herzlich einladen:
https://www.facebook.com/mhdbdb/

Im Rahmen unseres diesjährigen Weihnachtsnewsletters recherchieren wir nach den Vorkommnissen für „Jesus“ oder „Christus“ und „Bethlehem“ im gesamten Textkorpus der MHDBDB (659 Texte, das sind knapp 10,5 Mio. Wörter, verteilt auf 38.841 Lemmata):


Heute: WORTSUCHE kombinieren / ENTWEDER-ODER-Suche durchführen

Das Modul „Textsuche“ kann zur Suche nach Wörtern und Begriffsfeldern eingesetzt werden. Als Ergebnis dieser Suche erhält man Textbelege aus dem (mittelhochdeutschen) Wortfeld, das mit den gesuchten Bedeutungskomponenten assoziiert ist.
Rufen Sie dafür das Modul „Textsuche“ auf: http://mhdbdb.sbg.ac.at/mhdbdb/App?action=TextQueryModule

Schreiben Sie in das Suchfeld der „Textsuche“ zunächst wie für die reguläre Einzelwortsuche das Wort Bethlehem.

Wir wollen nun im Kontext von fünf Zeilen das Wort Bethlehem sowie das Wort Jesus oder Christus suchen. Dafür gehen wir mit mathematischer Logik sowie unter Zuhilfenahme unserer Suchoperatoren vor. Der geeignete Suchstring setzt sich zusammen aus den folgenden Suchsymbolen:

+ zeigt nebeneinander vorkommende Wörter an („und“)
| steht für „oder“
( ) die Klammer hat dieselbe Funktion wie in einer mathematischen Gleichung

Der benötigte Suchstring lautet daher:

Bethlehem + (Jesus|Christus)

Setzen Sie nun noch den Suchkontext auf fünf Zeilen. Die Zeilen vor und nach Schlüsselwort wählen Sie so, wie es für Sie am besten geeignet ist (max. 9) – wir haben uns für neun Zeilen vor und nach dem gesuchten Wort entschieden. Suchen Sie in allen Texten.

Die kombinierte Suche nach Bethlehem und Jesus oder Christus im Rahmen von fünf Zeilen in allen Texten ergibt 18 Treffer, z.B.:

  • Jesum, der dâ wart geborn / in der stat ze Bethlehem. (Steirische Reimchronik, OVG, 47044–47045)
  • er solde dann vor sehen an / den waren got in menschen art, / und das geschach, als im hernach ward kunde / wol von den engeln raine, / da Jhesus Crist nu was geporen / zu Betlehem. (Frauenlob Teil III, FR3, Parallelüberlieferung 2, Lied 7, Absatz 212, Str. 5, V. 80–85)
  • und was dô geborn dâ / in Bethlehem Judâ / Marien sun Jesus Krist, / als er noch hiut ze himel ist. (Weltchronik, JEW, 21813–21816)
  • do sprach der engel: „ir sult niht / erchomen, sunder ir sult iuch halt vil wol gehaben, wan ich sage iu / zware diu vil trostsamen niuwiu mære, wan ich tuon iu daz kunt / daz der heilige Christus hiute an disem tage geborn ist dazz Bethleem, / in des chúnges Davides stete, der ain trost und ain hailant ist / aller dirre welte, unde sage iu daz ze urkúnde: swenn so ir choment / hinz der stete, so vindent ir einen westebarn ligende in einer crippe, / bewunden mit linwæte.“ (Priester Konrad, PKP, S. 8, Kap. 2, Z. 11–18)
  • nû het der heilige man / eins dîaken gegerwe an / und las daz ewangeli dâ / unde predigete dârnâ / von Betlahen und von dem kinde. / von dem esel und von dem rinde. / sô er Betlahen dâ nante, / sîn rehtiu sprâch sich dâ verwante / und blæget als ein lembelîn. / und swenn er daz kindelîn / nennen solde Jesu Christ, / sô leckete er in der frist / mit der zungen daz wort, / als ob er honeges hæt gekort. (Sanct Franzisken Leben, SFL, 3126–3139)
  • In der drier kuonige lant, / Tarsis und Saba genant, / Ein stern der schein an der stuent, / Der den kuenigen det kuent / Daz Jhesus der loesere / Dez nahtes geborn were / Zu Bethleem in Judea. (Gottes Zukunft, ZUK, 1749–1755)
  • (...) Bedelheim al in der stat / ghebar dei mait den herren Jesu Crist / der da (...) ein konich van Israheil / den men och heist Emanüvel / van den weir alle sin ghe (...) (Mönch von Salzburg, Geistliche Lieder, MSG, Kap. 2, Ld. 46, Str. 7, V. 8–12)


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Mehr Informationen finden Sie derzeit noch unter: http://mhdbdb.sbg.ac.at/help/general.de.html, unter http://mhdbdb.sbg.ac.at/help/analyze-whatisit.de.html sowie unter http://mhdbdb.sbg.ac.at/help/search.de.html.
Bitte beachten Sie: Wir überarbeiten zur Zeit unsere Anleitungsseiten neu, sowohl was die Form der Präsentation als auch den Text betrifft. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld, wir werden Sie informieren, sobald diese Inhalte abrufbar sind.

Sonstiges

Die MHDBDB auf Facebook

Die MHDBDB ist nun schon seit einiger Zeit auf Facebook vertreten. In unserer Chronik veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen u.a. sogenannte "Mini-Tutorials" zu einzelnen Bedienungsaspekten der MHDBDB, weiters eine Rubrik "Kuriositäten aus der MHDBDB" mit außergewöhnlichen Text-Beispielen sowie zeitnah diverse aktuelle Neuigkeiten.

Gerne stellen wir auch Vortragsankündigungen, Call-for-Papers, Publikationen etc. des Kollegiums online. Auf Wunsch kontaktieren Sie uns bitte.




zum Facebook-Auftritt


Personalia

Personalia

Wir gratulieren unserem externen IT-Kollegen Nikolaus Morocutti herzlich zur Geburt seiner Tochter Amaya.

Daniel Schlager konnte mit 1. Dezember 2016 sein erweitertes Stundenausmaß für die Durchführung des Relaunches antreten.

Bildnachweis

*Bildnachweis:

Engelschor aus Cod. 17, fol. 42v (Graduale et Sequentiarium Seccoviense, Universitätsbibliothek Graz, Ms 17)
Österreich/Chorherrenstift Seckau, um 1500

Gefunden mit der Datenbank REALonline des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit (IMAREAL): http://tethys.imareal.sbg.ac.at/realonline/
Weiterführende Informationen zur Hs. inkl. Link zum Volldigitalisat s. Handschriftenportal Manuscripta.at - Mittelalterliche Handschriften in Österreich: http://manuscripta.at/m1/hs_detail.php?ID=7993