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Newsletter 1.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Literaturarchivs
!

Wie gewohnt, dürfen wir Sie am Ende des Universitätsjahres über aktuelle Veranstaltungen, Erwerbungen, Publikationen und sonstige wissenswerte Neuigkeiten informieren.
Außerdem finden Sie auch in diesem Newsletter eine Folge aus der Rubrik „las*FUNDE“, in der wir Ihnen jeweils eine interessante Archivalie aus unserem Bestand vorstellen. Rudolf Bayr, dessen Nachlass im Literaturarchiv aufbewahrt ist, wäre vor Kurzem 100 Jahre alt geworden; an seine Tätigkeit als Autor, Journalist und Literaturvermittler wird unsere kommende Ausstellung Residenz. Frühe Jahre eines Literaturverlags erinnern.

Das Team des Literaturarchivs wünscht Ihnen einen schönen und erholsamen Sommer.

Mit besten Grüßen
Manfred Mittermayer
im Namen des Archivteams

Inhalt

Aktuelle Ankündigungen


Residenz – Frühe Jahre eines Literaturverlags
Ausstellung von 30.7. bis 30.8.2019



1956 in Salzburg gegründet, entwickelte sich der Residenz Verlag seit Ende der 1960er-Jahre zu einem der renommiertesten Literaturverlage im deutschen Sprachraum. Bereits über andere Verlage bekannte Autor*innen wie Thomas Bernhard, Barbara Frischmuth oder Peter Handke veröffentlichten bei Residenz. Viele weitere österreichische Schriftsteller*innen wurden mit ihren Büchern in diesem Verlag erstmals breiter wahrgenommen: Alois Brandstetter, Franz Innerhofer, Andreas Okopenko, Peter Rosei, Jutta [ab 1989: Julian] Schutting u.a.

Das Literaturarchiv Salzburg besitzt das Archiv des Residenz Verlags von seinen Anfängen bis 2005. Aus dem umfangreichen Bestand dieses Archivs präsentiert das LAS in der Ausstellung in einer Kooperation mit dem Residenz Verlag zahlreiche Briefe, Manuskripte, Fotos und Erstausgaben bis 1975. Im Fokus der Ausstellung stehen auch zwei Personen, deren Geburtstag sich 2019 zum 100. Mal jährt und die untrennbar mit dem Verlag verbunden sind: der Verlagsgründer und -leiter bis 1989 Wolfgang Schaffler sowie der Lektor, Autor, ORF-Intendant und Gourmetkritiker Rudolf Bayr.

Die Eröffnung der von Martin Huber, Bernhard Judex und Manfred Mittermayer kuratierten sowie von Gerhard Spring und Gerold Tagwerker gestalteten Ausstellung im LAS findet am 29. Juli 2019 um 18 Uhr statt. Zu den in 12 Vitrinen präsentierten Dokumenten erscheint eine reich illustrierte begleitende Broschüre.


Lesung Andrea Grill

Am 13. August 2019 um 19.30 Uhr wird Andrea Grill in einer Kooperation des LAS mit dem Stefan Zweig Zentrum im Europasaal der Edmundsburg aus ihrem neuen Roman Cherubino (Zsolnay Verlag) lesen. Manfred Mittermayer wird den Abend moderieren und ein Gespräch mit der Autorin führen; die Cellistin Marie Orsini-Rosenberg wird die Lesung musikalisch begleiten.


Lange Nacht der Museen

Am 5. Oktober 2019 wird sich das Literaturarchiv, wie bereits in den vergangenen Jahren, an der „Langen Nacht der Museen“ beteiligen. Wir bieten an diesem Abend Führungen (jederzeit nach Bedarf) an, außerdem ein Handschriften-Rätsel und ein Kinderprogramm (18.00 bis 21.30 Uhr). Um 20.30 Uhr liest der Schauspieler Peter Arp Texte aus den Beständen des LAS. Die Originale und weitere Informationen zu den gelesenen Texten werden in einer kleinen Ausstellung präsentiert.


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las*FUNDE


Rudolf Bayr: Ödipus auf Kolonos. Manuskriptblatt und Hektographie des Regiebuchs (Strichfassung der Salzburger Festspiele 1965)



Rudolf Bayr ist außerhalb Salzburgs nur mehr Wenigen bekannt. Dabei zeichnete sich der am 22. Mai 1919 in Linz geborene Autor zu Lebzeiten durch eine erstaunliche Vielfalt an Begabungen und Tätigkeiten aus. Er war neben seiner schriftstellerischen Arbeit (Publikationen im Residenz Verlag, u. a. Der Wolkenfisch, 1964; Anfangsschwierigkeiten einer Kur, 1973; Der Betrachter, 1978; Die Eiben von Sammezzano, 1984; Flugsand und Schlaf, 1988) als Journalist, Lektor und Berater des Residenz Verlags sowie als Gourmetkritiker und Loipenchronist tätig; zudem war der begeisterte Alpinist am Aufbau der Rauriser Literaturtage beteiligt. Hauptberuflich arbeitete Bayr für den ORF: Von 1956 bis 1971 leitete er die Literatur- und Hörspielabteilung des Landesstudios Salzburg, 1971–75 die Abteilung Kultur in der Programmdirektion Wien, von 1975 bis 1984 war er Intendant des Landesstudios Salzburg. Neben all diesen Funktionen machte sich Bayr v.a. auch als Übersetzer aus dem Altgriechischen einen Namen.

Sein Studium der Germanistik und Philologie in Wien, das er 1942 mit der Dissertation Zur Problematik des künstlerischen Übersetzens abschloss, bot ihm dafür die notwendigen Voraussetzungen. „Der humanistische Ahnenpaß“, so Bayr in seiner autobiographischen Selbstanzeige 1981, „dünkt mich das verläßlichste Grenzdokument, die Gegenwart zu betreten“. Dieses Credo bot Bayr, der 1940–44 Schriftleiter für Kultur des Völkischen Beobachters in Wien war, auch in der NS-Diktatur die Möglichkeit einer konformen, gleichzeitig in erster Linie ästhetisch orientierten Positionierung: In zahlreichen Artikeln beschwor er die Notwendigkeit einer Rückbesinnung auf die Antike und das Klassische im Sinne einer Überhöhung des Daseins, wie sie der Ideologie des Dritten Reichs – nicht zuletzt um von der Brutalität des Regimes und den Kriegsgräuel abzulenken – entsprach.

Im umfangreichen Nachlass Rudolf Bayrs, der aufgrund einer Schenkung des Salzburger Juristen und Universitätsprofessors Friedrich Harrer im Literaturarchiv Salzburg aufbewahrt wird, haben sich zahlreiche Materialien zu Übertragungen antiker Texte erhalten (Sammlung griechischer Lyrik, Agamnenon von Aischylos, Tragödien von Sophokles). Im Folgenden werden zwei Archivalien zu Ödipus auf Kolonos vorgestellt.

Zum einen handelt es sich dabei um ein geheftetes Manuskript mit verschiedenen Übersetzungsvarianten. 55 beidseitig mit Bleistift beschriebene Blätter auf kariertem Papier illustrieren sowohl die Arbeitsweise als auch die mikrogrammartige Handschrift des Autors. Bayr hat sich, wie anhand des Blattes ersichtlich wird, an die endgültige Fassung seiner Übersetzung – im Sinne eines stufenartigen, mitunter von Abbrüchen gekennzeichneten Textwachstums – schrittweise herangearbeitet. Die einzelnen, in der Folge durchgestrichenen Absätze markieren den Schreibprozess bis zur endgültigen Version am Blattende unten rechts. In der Mitte des Manuskripts sticht eine Typoskriptpassage hervor, in der Bayr auf die Theorie des Übersetzens sowie die Arbeit des Philologen Wolfgang Schadewaldt eingeht: Dessen Ziel sei es gewesen, „nicht so sehr den Sophokles ins Deutsche zu übertragen als das Deutsche in den Sophokles“.

Zum anderen hat sich die Hektographie des Regiebuchs (Strichfassung) der Salzburger Festspiele zur Aufführung des von Bayr übertragenen Stückes erhalten. Es umfasst 35 Blatt und hält auf Blatt 1 als Probebeginn den 1. Juli sowie die Besetzung der einzelnen Rollen fest. Auf der reproduzierten Seite, die mit jener des Bleistift-Manuskripts korrespondiert, erkennt man handschriftliche Anmerkungen der Regie, die sich auf verschiedene Stimmen und Einsätze im Chor beziehen. Zudem enthält diese Strichfassung einzelne Bühnenskizzen.

1965 wurden die beiden Tragödien König Ödipus / Ödipus auf Kolonos als Gastspiel des Wiener Burgtheaters in der Übersetzung Bayrs bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. Die Wahl des Regisseurs Gustav Rudolf Sellner, der in Darmstadt mit Wolfgang Schadewaldt zusammengearbeitet hatte, soll nicht ganz freiwillig auf Bayrs Übersetzungen gefallen sein: Denn, wie Recherchen von Hellmut Flashar (Inszenierung der Antike. Das griechische Drama auf der Bühne, München 2008, S. 198) ergeben haben, sollte in den 1950er- und 1960er-Jahren ein Vertrag über einen Aufführungszyklus antiker Tragödien am Wiener Burgtheater realisiert werden, der noch 1944 zwischen Bayr und dem von den Nationalsozialisten eingesetzten Direktor des Burgtheaters Lothar Müthel (1939–45) abgeschlossen worden war.

Im Residenz Verlag erschien anlässlich der Salzburger Aufführung (Bühnenbild: Fritz Wotruba, Musikalische Leitung: Ernst Krenek) ein Band mit Bayrs Übertragung und Fotografien von Josef Dapra.

Silvia Bengesser / Bernhard Judex


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Veranstaltungen und Vorträge


Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Hans Magnus Enzensberger: Präsentationen

Der dritte Band der Salzburger Bachmann Edition »schreib alles was wahr ist auf«. Ingeborg Bachmann – Hans Magnus Enzensberger. Der Briefwechsel, hg. von Hubert Lengauer, wurde am 9. Jänner 2019 unter großem Publikumsinteresse im Literaturhaus München präsentiert. Iris Radisch (Die Zeit) führte ein Gespräch mit dem Bandherausgeber Hubert Lengauer, Lisa Wagner und Michael Kranz lasen aus dem Briefwechsel.

Am 22. Jänner 2019 wurde der Band unter Mitwirkung von Rektor Heinrich Schmidinger, Hubert Lengauer, Hans Höller, Irene Fußl und Manfred Mittermayer im LAS vorgestellt. Ulrike und Peter Arp lasen aus den Briefen.

Am 7. März 2019 folgte eine Präsentation der Salzburger Bachmann Edition im StifterHaus Linz. Manfred Mittermayer führte ein Gespräch mit Hubert Lengauer, Silvia Bengesser und Irene Fußl sprachen zur Ausgabe, aus dem Briefwechsel zwischen Bachmann und Enzensberger lasen Gunda Schanderer und Joachim Rathke.


Präsentationen des Bernhard-Handbuchs

Am 21. Jänner 2019 wurde das 2018 erschienene und im Verlauf der letzten drei Jahre als Großprojekt des Literaturarchivs verwirklichte Bernhard-Handbuch (Verlag J.B. Metzler) von den Herausgebern Martin Huber und Manfred Mittermayer in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien präsentiert. Am 12. Februar 2019, dem 30. Todestag Thomas Bernhards, wurde diese Veranstaltung im StifterHaus Linz wiederholt, diesmal unter zusätzlicher Mitwirkung von Bernhard Judex (Mitarbeiter der Edition). Am 2. April 2019 folgte eine weitere Präsentation des Bandes im Literaturhaus am Inn (Brenner Institut, Innsbruck).
Bei allen drei Veranstaltungen las der Burgschauspieler Martin Schwab unterschiedliche Zusammenstellungen von Texten des Autors.


Podiumsgespräch „Was ist gute Literatur?“

Anknüpfend an den Titel des Buches Einfache Frage: Was ist gute Literatur? (Sonderzahl Verlag, 2016), das acht Korrespondenzen zwischen Autorinnen und Autoren wiedergibt und aus einem längerfristigen Projekt des Literarischen Quartiers der Alten Schmiede in Wien hervorging, befasste sich Kurt Neumann, einer der Herausgeber des Bandes und langjähriger Leiter der Alten Schmiede, im Gespräch mit Lydia Mischkulnig, einer der mitwirkenden Autorinnen, und dem Literaturkritiker Anton Thuswaldner im Rahmen eines von Manfred Mittermayer moderierten Gesprächs am 20. März 2019 im LAS mit dieser Frage.


Gastvortrag Stefan Litt (National Library of Israel)

In Kooperation mit dem Stefan Zweig Zentrum, dem Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte und dem Fachbereich Germanistik berichtete am 13. März 2019 Stefan Litt von der National Library of Israel im Rahmen eines Vortrags unter dem Titel Von Stefan Zweig bis David Grossman über die Geschichte der Archive an der Israelischen Nationalbibliothek und die mehr als 1000 Nachlässe und Sammlungen der Bibliothek. Er gab dabei insbesondere Einblick in die von ihm betreuten ca. 170 deutschsprachigen Bestände, darunter die von Martin Buber, Albert Ehrenstein, Else Lasker-Schüler, Max Brod und Stefan Zweig.

Im Rahmen des Projekts STEFAN ZWEIG DIGITAL arbeitet das Literaturarchiv mit der Israelischen Nationalbibliothek zusammen.


Rauriser Literaturtage

Von 27. bis 31. März 2019 fanden unter der Intendanz von Ines Schütz und Manfred Mittermayer die 49. Rauriser Literaturtage statt. Diesmal stand das Festival unter dem Motto „Auf.Brüche“ und widmete sich unterschiedlichen Situationen von Neubeginn und Lebenswenden, vor allem dem Phänomen der Migration in der Literatur.

Der vom Land Salzburg verliehene Rauriser Literaturpreis für das herausragendste Prosa-Debüt des letzten Jahres ging 2019 an Philipp Weiss für seinen umfangreichen Prosatext Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen, den Förderungspreis erhielt Katherina Braschel. Wie gewohnt fanden an drei Hauptabenden und im Rahmen eines Lyrik-Schwerpunkts Lesungen prominenter Autorinnen und Autoren statt, dazu kam ein umfangreiches Begleitprogramm, u.a. für Studierende aller österreichischen Universitäts-Institute für Germanistik.

Erstmals wurden 2019 sämtliche Veranstaltungen der Rauriser Literaturtage durch den Kooperationspartner FS1 filmisch dokumentiert; die einzelnen Mitschnitte sind über die Website www.rauriser-literaturtage.at und über YouTube zugänglich.


15. Henndorfer Einkehr

Bei der 15. Henndorfer Einkehr am 27./28. April 2019, der bedeutendsten Groß-Veranstaltung der Mundartautor*innen des Landes Salzburg, organisierte und moderierte Silvia Bengesser-Scharinger den Vortrag über Mundartliches in den Märchen der Brüder Grimm von Linda Beutel (Studentin am FB Germanistik der Universität Salzburg) für die „Akademische Einkehr“. Zudem redigierte sie gemeinsam mit Gabriele Dau den 9. Band der „Schriftenreihe Literaturhaus Henndorf“: die Sonderausgabe zur Henndorfer Einkehr 2019.


Sarah Samuel Preis für Kurzprosa

2019 wurde in einer Kooperation zwischen dem Literaturarchiv Salzburg und dem Literaturhaus Graz erstmals ein neuer, großzügig dotierter Literaturpreis verliehen. Der Preis ist nach der Schriftstellerin Sarah Samuel benannt; hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Sponsoren der Preissumme von 10.000 Euro, Gerlinde und Harald Niederreiter.

Der Sarah Samuel Preis für Kurzprosa soll jährlich für einen oder mehrere auf Deutsch verfasste und im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr erschienene, narrative Kurzprosatexte eines Autors / einer Autorin vergeben werden. Die Vergabe erfolgt nicht auf der Basis von Einreichungen, sondern von Nominierungen durch eine Jury. 2019 gehörten ihr neben dem Vorsitzenden Klaus Kastberger (Franz-Nabl-Institut/Literaturhaus Graz) die Kritikerinnen Brigitte Schwens-Harrant (Die Furche) und Nicola Steiner (SRF) an.

Der Sarah Samuel Preis 2019 wurde im Rahmen einer Veranstaltung an der Universität Salzburg am 2. Mai 2019 an die Autorin Judith Schalansky für ihren Band Verzeichnis einiger Verluste (Suhrkamp Verlag, 2018) verliehen.

(Gerlinde Niederreiter, Judith Schalansky, Harald Niederreiter, Klaus Kastberger;
v. li., Foto: Kain)


FUNDSTELLEArchiv: Buchpräsentation Paula Schlier

In der Literaturarchiv-Reihe FUNDSTELLEArchiv präsentierten am 13. Mai 2019 die beiden Herausgeberinnen Ursula Schneider und Annette Steinsiek (beide Brenner-Archiv, Universität Innsbruck) die Neuauflage des 1926 erstmals veröffentlichten Romans Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit (Otto Müller Verlag 2018) von Paula Schlier (1899–1977).
Der Abend wurde von Manfred Mittermayer moderiert, ausgewählte Texte wurden von der Salzburger Schauspielerin Katharina Wawrik gelesen.


Präsentation der Werkausgabe Christine Lavants

Am 6. Juni 2019 wurde als Kooperation des LAS mit der Universitätsbibliothek die von Klaus Amann und Doris Moser verantwortete vierbändige Ausgabe der Werke Christine Lavants (Wallstein Verlag) präsentiert.
Unter dem Titel Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß stellte Klaus Amann die Edition vor, u.a. im Gespräch mit Manfred Mittermayer. Ramona Kasheer begleitete den Abend mit Songs nach Gedichten von Christine Lavant. Passagen aus deren Werk wurden von der Schriftstellerin Elke Laznia gelesen.


Tage der Archive 2019 – Veranstaltung Aufgelöste Ordnung

Von 11. bis 15. Juni 2019 lockten die „Tage der Archive“ der Wissensstadt Salzburg rund 800 Besucher*innen zu Führungen, Workshops und Vorträgen. Auch das Literaturarchiv war mit zwei Führungen zum Residenz Verlag sowie zu Stefan Zweig und Peter Handke vertreten.

Am Abend des 14. Juni präsentierten Stephan Matthias und Oliver Matuschek ihr 2018 bei Sandstein in Dresden publiziertes und vom LAS herausgegebenes Buch Stefan Zweigs Bibliotheken, in dem sie die Geschichte der privaten Bibliothek Stefan Zweigs von ihrer Entstehung über das Exil bis heute nachverfolgt haben.
Unter den zahlreichen Gästen waren auch die Erben Stefan Zweigs, die aus London angereist waren. Ein Gespräch mit Eva Alberman aus den Salzburger Nachrichten finden Sie hier.

Das Buch ist im guten Buchhandel, aber auch über das Literaturarchiv erhältlich.

Der Titel des Abends, Aufgelöste Ordnung, verwies auch auf den zweiten Teil der Veranstaltung, in dem das LAS, begleitet durch eine Lesung von Katharina Wawrik, an die Exilzeit Stefan Zweigs erinnerte, deren von nun an auch auf einer eigenen Tafel am Eingang zum Literaturarchiv gedacht wird.


Veranstaltung in der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen

Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen lud am 17. Juni 2019 im Rahmen der „Montagsrunde“ als Kooperation mit dem LAS zu einem Vortrag über Das Futurium – Ein Haus der Zukünfte. Dessen Leiter Stefan Brandt präsentierte die Einrichtung, die am 5. September 2019 in Berlin eröffnet wird und auf 5.000 Quadratmetern eine Ausstellung, ein Mitmach-Labor und ein Veranstaltungsforum umfasst; er sprach dabei auch über Bezüge des Projekts zu Robert Jungk, dessen Nachlass im LAS für die Forschung zugänglich ist.


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Ankäufe


Briefe und Postkarten von Ilse Aichinger

Im Dezember 2018 konnten, vermittelt durch Brita Steinwendtner, von Diana Cioppi-Puhr (Großgmain) ca. 100 Briefe und Postkarten der Autorin Ilse Aichinger an ihre langjährige Vermieterin Dr. Adelgunde Zeidler und deren Tochter Elsbeth Puhr aus den Jahren 1964 bis 1986 erworben werden.


Schenkung Vorlass Margot Koller

Ebenfalls im Dezember 2018 gelangte der gesamte Vorlass der Salzburger Autorin Margot Koller als Schenkung der Autorin ins Literaturarchiv.


Briefe Stefan Zweigs

In Ergänzung zu den Erwerbungen der vergangenen Jahre konnte das LAS im Mai 2019 einen unveröffentlichten Gemeinschaftsbrief von Camill Hoffmann und Stefan Zweig an Max Fleischer ersteigern.

Ebenfalls im Mai dieses Jahres konnte ein Dankschreiben Zweigs aus London vom 8. November 1937 an einen unbekannten Minister erworben werden. Es handelt sich dabei um ein wichtiges und bisher unbekanntes Schriftstück, das Hinweis gibt auf die Zusammenhänge von Zweigs im selben Jahre erfolgte Übergabe seiner Autographensammlung an die Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek.


Briefe Friderike Zweigs

Im April 2019 kaufte das Literaturarchiv einen ausführlichen, eigenhändigen Brief Romain Rollands an Friederike Zweig vom 5. Jänner 1927 an, der u.a. Anspielungen auf Albert Schweitzer und Rilkes Tod enthält. Außerdem konnte ein Brief mit Zeichnung Friderike Zweigs an ihre Wiener Freundin, die Schriftstellerin und Malerin Käthe Braun-Prager, erworben werden, in dem sich Friderike Zweig auf die berühmte Zeichnung King John von William Blake aus der Sammlung Stefan Zweigs bezieht.

Erstausgaben des Residenz Verlags

Als Ergänzung zum Bestand des Residenz-Verlagsarchivs erhielt das LAS im Mai 2019 zahlreiche Erstausgaben von Büchern des Verlags aus den Jahren von seiner Gründung 1956 bis ca. 2000. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Residenz Verlag konnten die Bücher von ihrem Aufbewahrungsort in Niederösterreich nach Salzburg transportiert werden. Sie werden in die Bibliothek des LAS aufgenommen und katalogisiert werden. Einzelne fehlende Ausgaben sollen nach Möglichkeit antiquarisch erworben werden.


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Publikationen


Salzburger Kulturlexikon

Im April 2019 erschien im Jung und Jung Verlag eine Neuauflage des zuletzt 2001 aktualisierten Salzburger Kulturlexikons (hg. von Peter Mittermayr und Heinrich Spängler, Redaktion: Hildemar Holl). Das gesamte wissenschaftliche Team des Literaturarchivs beteiligte sich an der Aktualisierung und Erweiterung des Fachbereichs „Literatur“ (für den Manfred Mittermayer verantwortlich zeichnet); ca. 230 Lemmata wurden dabei überarbeitet bzw. neu verfasst.

Neu hinzugekommene (bzw. völlig neu verfasste) Lemmata im Bereich Literatur: Adolf Haslinger Literaturstiftung, Martin Amanshauser, Bettina Balàka, Manfred Baumann, Thomas Bernhard, Peter Blaikner, Ernest Borneman, Elisabeth Effenberger, Christian Martin Fuchs, Karl-Markus Gauß, Wolf Haas, Ludwig Hartinger, Bodo Hell, Romana Hödlmoser-Mikulaschek, Jedermann, Jochen Jung, Jung und Jung Verlag, Walter Kappacher, Margret Kreidl, Hera Lind, Literaturarchiv Salzburg, Literaturfest Salzburg, Literaturhaus Henndorf, Literatur im Nationalsozialismus, Literaturzeitschriften, Walter Müller, Müry Salzmann Verlag, Otto Müller Verlag, Teresa Präauer, Prolit, Klemens Renoldner, Residenz Verlag, Katrin Röggla, Peter Rosei, Maria Johanna Sedelmaier, Stefan Zweig Zentrum, Brita Steinwendtner, Irma von Troll-Borostyáni, Verlag Anton Pustet, Vladimir Vertlib, Alex Wedding (Grete Weiskopf), Kurt Wölfflin, Friderike Zweig.


Salzburger Bachmann Edition

Gegen Ende des Jahres wird Ingeborg Bachmanns Erzählband Das dreißigste Jahr, herausgegeben von Rita Svandrlik, als vierter Band der Salzburger Bachmann Edition im Suhrkamp Verlag erscheinen.


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Forschung und Lehre


Ingeborg Bachmann Forschungsstelle

Für die Chronik zu Leben und Werk Ingeborg Bachmanns, an deren Erstellung Caroline Scholzen im Rahmen eines Forschungsprojekts der Österreichischen Nationalbank seit Oktober 2018 arbeitet, erfolgt derzeit eine Untersuchung von Bachmanns Korrespondenz mit ihren Verlagen Piper und Suhrkamp sowie zahlreiche Briefpartner*innen aus den frühen Jahren ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Dabei werden die Briefe nach bestimmten Parametern strukturiert und ausgewählte Stellen daraus exzerpiert. Dies stellt eine wichtige Vorarbeit für die Bandherausgeber*innen der Salzburger Bachmann Edition dar. Momentan werden Bachmanns Verlagsbriefe im Deutschen Literaturarchiv Marbach auf ihre Vollständigkeit hin geprüft und fehlende Dokumente in die bestehende digitale Form der Chronik eingespeist.


KOOP-Litera Tagung Bregenz

Von 10. bis 12. April 2019 wurde im Franz-Michael-Felder-Archiv, Bregenz, die 22. Tagung der KOOP-Litera Österreich abgehalten, bei der das LAS durch Lina Maria Zangerl und Bernhard Judex vertreten war. Neben den Berichten aus den einzelnen Archiven stand das Treffen im Zeichen der Digital Humanities und von Digitalisierungsprojekten, die von einzelnen Institutionen (insbesondere von Kolleg*innen aus der benachbarten Schweiz) vorgestellt wurden.


Austrian Studies Association: Annual Conference 2019

Am 13. April 2019 hielt Manfred Mittermayer im Rahmen der Jahrestagung der Austrian Studies Association an der Bowling Green State University, Ohio, die dem Generalthema „Migration“ gewidmet war, eine Keynote Address zum Thema: Auf.Brüche. Migration als Thema bei den Rauriser Literaturtagen 2019. Der Vortrag markierte – neben mehreren weiteren Tagungsbeiträgen von Angehörigen der Universität Salzburg – einen verspäteten Abschluss der 50-Jahr-Jubiläums der Partnerschaft zwischen der BGSU und der Paris-Lodron-Universität Salzburg, das im Vorjahr teilweise am LAS stattfand.


Internationales Symposium „Literatur und Archiv“ im StifterHaus, Linz

Im Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus, Linz, fand von 24. bis 26. April 2019 die internationale Konferenz „Logiken der Sammlung. Das Archiv zwischen Strategie und Eigendynamik“ als vierte Veranstaltung innerhalb der Tagungsreihe „Literatur und Archiv“ statt. Bernhard Judex referierte im Rahmen eines Workshops am ersten Tag des Symposiums über das Verlagsarchiv des Residenz Verlags als Sammlungsschwerpunkt des LAS.


Lehrveranstaltungen

Silvia Bengesser-Scharinger und Lina Maria Zangerl boten im Sommersemester 2019 am Fachbereich Germanistik ein Proseminar Einführung in die Editionsphilologie und Archivarbeit an, das neben einem knappen Überblick zum Thema durch Exkursionen, Gastvorträge von Mitgliedern des LAS-Teams sowie des Fachbereichs Germanistik und eigene Arbeiten der Studierenden anhand ausgewählter Archivalien aus dem LAS die Praxis und die wichtigsten Aufgabenbereiche eines Literaturarchivs veranschaulichte.


Forschungsaufenthalte: Scientists in Residence

Im Rahmen des Scientist-in-Residence-Programms der Stadt Salzburg konnten heuer bereits die Bachmann-Forscher und zukünftigen Bandherausgeber der Salzburger Bachmann Edition Robert Pichl (Wien) und Roland Berbig (Berlin) sowie die Zweig-Forscher*innen Oliver Matuschek, Julia Glunk, Christopher Pollin und Rainer-Joachim Siegel zu Forschungsaufenthalten am Literaturarchiv eingeladen werden.


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Schenkungen


Wir bedanken uns:

bei Bernhard und Ria Braumann für zahlreiche Exemplare des Salzburger Bauernkalenders (1935–77), die u.a. auch Beiträge von Franz Braumann enthalten; Braumanns Nachlass befindet sich im Literaturarchiv Salzburg;

bei Petrus Forster-Sonnenburg für einen Teil-Nachlass Gerold Foidls (Werkmanuskripte, u.a. das Mexicanische Tagebuch, Lebensdokumente, Sammlungen, u.a. Mexikanische Sprach- und Reiseführer und Korrespondenzen) sowie für den nachgelassenen Roman Der Zwerg von Uttendorf (Typoskript) von Hubert Keil, Großlehnbauer aus Uttendorf;

bei Sebastian Aigner, Heinz Bachmann, Max Faistauer, Josef Feldner, Harald Gschwandtner, Eva Haas, Bodo Hell, Brigitte Hillebrand, Hildemar Holl, Barbara Keller, Ingrid Loimer, Sebastian Meissl, Klemens Renoldner, Nikolaus Schaffer, Hans Spatzenegger, Brigitte Vergne-Cain und Alfred Winter für die Schenkung von Archivalien und Büchern, die unsere Archiv- und Bibliotheksbestände bereichern.


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