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Newsletter 2.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Literaturarchivs!

Auch im zweiten Halbjahr 2018 möchten wir Sie über aktuelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Erwerbungen, Veröffentlichungen und weitere Neuigkeiten informieren.

Vor allem aber wünschen wir Ihnen friedvolle Weihnachtstage sowie viel Glück und Gesundheit für das kommende Jahr 2019!

Mit den besten Grüßen
das Team des Literaturarchivs

Inhalt

Aktuelle Ankündigungen


Als Publikation des Literaturarchivs ist soeben im Sandstein Verlag, Dresden, das Buch Stefan Zweigs Bibliotheken von Stephan Matthias und Oliver Matuschek erschienen.

Der reich illustrierte Band entstand im Zusammenhang mit dem Projekt www.stefanzweig.digital und enthält die Ergebnisse der Forschungen zur Geschichte von Stefan Zweigs Bibliotheken sowie besonders interessante Einzelbeispiele, die in dem neuen Band detailliert dargestellt werden.

Weitere Informationen entnehmen Sie der Verlagswebsite.

Sie können diese Publikation im gut sortierten Buchhandel erwerben, aber auch im Literaturarchiv Salzburg zum Preis von EURO 18,50 bestellen. Wir senden Ihnen das Buch auf Anfrage gerne zu: literaturarchiv@sbg.ac.at


Save the date

Am 22. Jänner 2019 findet im LAS die Präsentation des eben erschienenen Bandes »schreib alles was wahr ist auf« mit der Korrespondenz zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger statt, der ersten Publikation eines Briefwechsels im Rahmen der Salzburger Bachmann Edition. U.a. wird Hubert Lengauer, der Herausgeber des neuen Bandes, mitwirken; weitere Details werden wir Ihnen rechtzeitig bekanntgeben.


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las*FUNDE


Georg Eberl: Meine Freundin Aida



Typoskriptblatt mit handschriftlichen Anmerkungen des Autors
Fotos von Georg Eberl mit der Elefantin Aida und seinen Singvögeln


Mit der Veröffentlichung der beiden autobiographischen Romane Ich war ein lediges Kind (1952) und Als ich Jungknecht war (1953) erlangte Georg Eberl (geb. 17.12.1893, Piesendorf/Pinzgau; gest. 20.3.1975, Salzburg) eine über Salzburg hinausgehende Bedeutung als Prosaautor; die erste Auflage von 10.000 Stück wurde innerhalb weniger Monate verkauft. Die beiden Bände gelten als Vorläufer der (Anti-)Heimatliteratur. Erst 1971 erschien als Fortsetzung Eberls sog. ‚Eisenbahnerroman‘ Als ich Eisenbahner wurde mit einem Vorwort von Carl Zuckmayer. 1997 wurde der erste autobiographische Roman, hg. von Hildemar Holl, im Otto Müller Verlag neu aufgelegt.

Eberl war nach seiner Frühpensionierung – 1945 quittierte er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst als Vorstand der Güterabfertigung – für den Sender Rot-Weiß-Rot, das Demokratische Volksblatt und die Salzburger Nachrichten literarisch tätig. Er verfasste Hunderte Dichterporträts, kulturjournalistische Beiträge und kurze Geschichten, u.a. auch zahlreiche Tiergeschichten wie z.B. Meine Freundin Aida, Die Dattel. Geschichte einer Henne, Mein Freund Fritz und Unser Kater Puppi. Während seines Aufenthalts in Oberndorf begegnete Eberl, ein großer Tierfreund, einer Elefantin namens Aida, die im Winterquartier des Zirkus Conrad untergebracht war. Eberls Freund und Mentor Georg Rendl hatte für den von Ehestreitigkeiten zermürbten Autor eine Auszeit im „Salzach-Hof“ organisiert, und zwar von Anfang Dezember 1950 bis Februar 1952. Eberl sollte, so die Intention Rendls, ungestört an seinem ersten großen Prosatext arbeiten können, dem sog. „Grabenhäuslbüchl“, das dann unter dem Titel Ich war ein lediges Kind 1952 im Wiener Verlag Kremayr & Scheriau publiziert wurde.

Der junge Thomas Bernhard, wie Eberl Mitarbeiter beim Demokratischen Volksblatt, äußerte sich mehrmals in Zeitungsbeiträgen über seinen Schriftstellerkollegen, u.a. auch am 25. Jänner 1954 anlässlich einer Lesung der Erzählung Meine Freundin Aida (vgl. Thomas Bernhard: Christine Busta – Georg Eberl lasen, wieder abgedruckt in Bd. 22 der Bernhard-Werkausgabe, der teilweise im LAS entstand).

Im Herbst 2017 und Frühjahr 2018 wurden dem Literaturarchiv von Georg Eberls Enkelin Sylvia Eberl und seiner Stieftochter Renate Kolator bedeutende Teile seines Nachlasses als großzügige Schenkung übergeben (vgl. Bestandsliste Nachlass Georg Eberl auf der Website des Literaturarchivs).

Silvia Bengesser


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Ausstellungen


Raus aus der Stadt!
Hofmannsthal und das Junge Wien auf Sommerfrische

Von 31. Juli bis 31. August 2018 zeigte das Literaturarchiv Salzburg die Ausstellung Raus aus der Stadt! Hofmannsthal und das Junge Wien auf Sommerfrische. Es handelte sich dabei um den einzigen außerhalb Wiens gezeigten Teil eines vom Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie initiierten Ensembles von Ausstellungen mit dem Titel Das Junge Wien. Natur plus X zur Autorengruppe Jung-Wien: Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann, Hermann Bahr und Felix Salten.

Neben einer kurzen Vorstellung der Protagonisten des Jungen Wien und ihren Sommerfrische-Präferenzen, einer kurzen Überblicksdarstellung der Geschichte der Sommerfrische und der Entwicklung der genannten Urlaubsorte und einem Ausblick auf weitere Sommerfrische-Destinationen wie den Semmering oder den Lido wurden verschiedene Aspekte der Urlaubskultur näher beleuchtet: die veränderte Natur- und Landschaftserfahrung um 1900, das Gesellschaftsleben und die Kontaktsphären zwischen Gästen und Einheimischen, aber auch die Idealisierung der beschaulichen Sommerfrische-Behaglichkeit als Gegenentwurf zum modernisierten und technisierten weltstädtischen Wien.

Die Kuratoren der Ausstellung waren Martin Huber (LAS) und David Österle (Ludwig Boltzmann Institut), die künstlerische Gestaltung lag bei Gerhard Spring und Gerold Tagwerker. Zur Ausstellung erschien eine reich illustrierte Begleitbroschüre, in der die wesentlichen Inhalte der Schau nochmals zusammengefasst sind.


dauerbrenner. 50 Jahre Literaturforum Salzburg

Das Salzburger Literaturforum Leselampe initiierte und gestaltete die Ausstellung dauerbrenner. 50 Jahre Literaturforum Leselampe, die von 18. Oktober bis 21. Dezember 2018 als Kooperation mit dem Literaturarchiv im LAS gezeigt wird.

Die Veranstaltungsplattform Leselampe, einer der ältesten bestehenden Literaturvereine Österreichs, entstand im Zusammenhang mit der kulturellen Aufbruchsstimmung, die seit den 1960er-Jahren auch Salzburg maßgeblich geprägt hat. In den vergangenen 50 Jahren ermöglichte sie zahlreichen Autoren und Autorinnen Auftritte in der Stadt Salzburg und damit einem großen Publikum den Zugang zur Literatur. Außerdem gibt die Leselampe seit 1975 die Literaturzeitschrift SALZ heraus, die heute zu den renommiertesten im deutschsprachigen Raum zählt.

Die Ausstellung dauerbrenner, die sich mit ihren Exponaten vor allem auf die ersten Jahrzehnte der Leselampe konzentrierte, wurde von den beiden Wiener Autoren Xaver Bayer und Hanno Millesi in Zusammenarbeit mit Barbara Stasta und Magdalena Stieb (Leselampe) kuratiert. Für das graphische Design und die Ausstellungsgestaltung zeichnete Gerald Baumgartner vom Grafikbüro Little Stars of verantwortlich.

Die Begleitbroschüre bietet neben zahlreichen Illustrationen auch instruktive Beiträge zur Geschichte des Literaturforums Leselampe.

Von 11. Jänner bis 11. April 2019 wird die Ausstellung in geänderter Form im Literaturhaus Salzburg zu sehen sein (Eröffnung: 10. Jänner, 19.30 Uhr).


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Veranstaltungen


Lange Nacht der Museen

Bei der Langen Nacht der Museen am 6. Oktober 2018 wurden Bestände und Aktivitäten des Literaturarchivs präsentiert: Anita Köchl las aus Texten von Georg Eberl und Stefan Zweig sowie aus Gutachten der ehemaligen Lektorin des Residenz Verlags Gundl Hradil. In den Ausstellungsvitrinen wurden Archivalien Eberls und Zweigs präsentiert, ferner Materialien aus dem Archiv des Residenz Verlags und der Salzburger Bachmann Edition. Führungen durch die Arbeitsräume, ein Handschriftenrätsel zum Mitmachen – drei Teilnehmer*innen erhielten Buchpreise – und ein Kinderprogramm ergänzten das Angebot.


Literaturfrühstück im LAS

Im Rahmen der Ausstellung dauerbrenner. 50 Jahre Literaturforum Leselampe fanden in der vom Salzburger Literaturforum Leselampe veranstalteten Reihe Literaturfrühstück zwei Vorträge im Literaturarchiv statt: Anna Estermann (Universität Salzburg, FB Germanistik) stellte am 8. November in ihrem Beitrag Aufbrüche. Literatur um 1968 wesentliche Impulse des Kulturbetriebs dieser Zeit dar. Am 6. Dezember referierte Johann Holzner (ehem. Leiter des Brenner-Archivs, Universität Innsbruck) unter dem Titel Sitzen bleiben?! über 50 Jahre Literaturvermittlung im gesellschaftlich-kulturellen Wandel.


24. Thomas-Bernhard-Tage St. Veit

Die 24. Thomas-Bernhard-Tage in St. Veit im Pongau am 12. und 13. Oktober 2018 beschäftigten sich mit den Themen Religion, Philosophie, Lebenskunst im Werk des Autors. Bei der Veranstaltung, die als Kooperation des Museumsvereins St. Veit mit dem Fachbereich Germanistik und dem Literaturarchiv stattfand, las Alois Brandstetter aus seinem neuesten Buch Lebenszeichen (Residenz Verlag, 2018); Harald Gschwandtner moderierte die Veranstaltung. Am Samstag referierten Brigitte Schwens-Harrant, Josef P. Mautner, Herwig Gottwald sowie Veronika Puttinger. Ein von Manfred Mittermayer geleitetes Podiumsgespräch mit Alois Brandstetter, Hans Höller und Erika Schmied wurde vom ORF Salzburg aufgezeichnet und am 14. Oktober auf Radio Salzburg ausgestrahlt.


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Publikationen


Bernhard-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung

Das von Martin Huber und Manfred Mittermayer unter Mitarbeit von Bernhard Judex herausgegebene Handbuch zu Thomas Bernhard ist im Juli 2018 im Metzler Verlag (Stuttgart) erschienen. Es enthält 93 Beiträge von 70 international renommierten Bernhard-Forscherinnen und -Forschern: zu allen veröffentlichten Werken des Autors, zu verschiedenen werk- und motivgeschichtlichen Aspekten (etwa zum literarhistorischen und lebensgeschichtlichen Kontext sowie zu Themen wie Natur und Krankheit, Intertextualität, Philosophie, Musik, Nationalsozialismus und Politik, Genderfragen etc.), zur deutschsprachigen und internationalen Bernhard-Rezeption sowie einen umfangreichen Anhang mit Zeittafel, Bibliografie und Register.

Nach einer ersten Vorstellung im Rahmen der Bernhard-Tage St. Veit wurde das 555 Seiten umfassende Handbuch durch die Herausgeber am 12. November im Stefan Zweig Zentrum präsentiert. Der Burgschauspieler Martin Schwab las aus autobiografischen Texten des Autors.


Salzburger Bachmann Edition: Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Hans Magnus Enzensberger

Im Herbst 2018 erschien der Briefwechsel Ingeborg Bachmanns mit Hans Magnus Enzensberger, herausgegeben von Hubert Lengauer (Klagenfurt), unter dem Titel »schreib alles was wahr ist auf«. Der erste Briefband, der im Rahmen der Salzburger Bachmann Edition publiziert wurde, ist in den Medien nach wie vor sehr präsent.

Das Buch wird neben der oben angekündigten Präsentation im LAS am 22. Jänner 2019 auch am 9. Jänner im Literaturhaus München und am 7. März im StifterHaus Linz vorgestellt.


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Projekte


Stefan Zweig digital: Präsentation an der National Library of Israel

Oliver Matuschek und Lina Maria Zangerl konnten am 21. November 2018 das Projekt stefanzweig.digital, das seit Juni 2018 online zugänglich ist, an der National Library of Israel in Jerusalem auf Einladung des dortigen Archivars für die deutschsprachigen Bestände und Kurators für allgemeine Geisteswissenschaften, Stefan Litt, einem interessierten Publikum präsentieren.

Dabei wurden vor allem die vielen inhaltlichen Beziehungen zwischen den in Israel und Salzburg (sowie in Fredonia) aufbewahrten Originalmaterialien herausgearbeitet. Außerdem konnte erstmals die englische Fassung der auf der Website vorhandenen Biographie gezeigt werden.

Im ersten Quartal 2019 wird die gesamte Website auch auf Englisch zugänglich gemacht.


Salzburger Bachmann Edition: Ingeborg-Bachmann-Chronik

Im Herbst 2018 konnte nach positiver Begutachtung ein Jubiläumsfonds-Projekt der Österreichischen Nationalbank im LAS starten, welches das Team der Salzburger Bachmann Edition zur Erstellung einer Chronik von Leben und Werk Ingeborg Bachmanns eingereicht hatte. Am 1. Oktober begann Caroline Scholzen mit der Arbeit an der Chronik, die vorerst ein bedeutendes Hilfsmittel für die Bandherausgeber*innen der Salzburger Bachmann Edition darstellt, später aber auch als Buchpublikation geplant ist.

Von 6. bis 17. August 2018 arbeitete die Bachmann-Forscherin und zukünftige Bandherausgeberin Barbara Agnese (Montreal) am Nachlass der Autorin.

Als nächste Publikation der Salzburger Bachmann Edition ist im Frühjahr 2019 der Erzählband Das dreißigste Jahr, herausgegeben von Rita Svandrlik, geplant.


Salzburger Kulturlexikon

Im zweiten Halbjahr 2018 wurde die Arbeit an der Neuauflage des zuletzt 2001 erschienenen Salzburger Kulturlexikons weitgehend abgeschlossen. Das gesamte wissenschaftliche Team des Literaturarchivs beteiligte sich an der Aktualisierung und Erweiterung des Fachbereichs Literatur (für den Manfred Mittermayer verantwortlich zeichnet); ca. 230 Lemmata wurden dabei überarbeitet bzw. neu verfasst.

Der Band wird im Jung und Jung Verlag erscheinen und soll im März 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


Archiv Residenz Verlag

Das umfangreiche Archiv des Residenz Verlags, der 2015 von St. Pölten nach Salzburg zurückgekehrt ist, wird im Literaturarchiv aufbewahrt. Es umfasst Archivalien bis zum Jahr 2002: neben einer Vielzahl an Typoskripten, Druckfahnen sowie einzelnen Manuskripten die werkgenetisch wie literaturgeschichtlich und biografisch aufschlussreiche Lektoratskorrespondenz mit den Autorinnen und Autoren, u. a. mit Gerhard Amanshauser, H. C. Artmann, Rudolf Bayr, Thomas Bernhard, Alois Brandstetter, Erwin Einzinger, Péter Esterházy, Barbara Frischmuth, Peter Handke, Peter Henisch, Franz Innerhofer, Gert Jonke, Walter Kappacher, Florjan Lipuš, Alfred Kolleritsch, Ursula Krechel, Andreas Okopenko, Peter Rosei, Arnold Stadler, Markus Werner oder Gernot Wolfgruber.

Die Erschließung und Aufarbeitung des Residenz-Verlagsarchivs, das durch eine umfangreiche Sammlung an Rezensionen sowie Bestände aus dem Privatbesitz des ehemaligen Verlagsleiters Jochen Jung ergänzt wird, ist Gegenstand eines eigenen Projekts am Literaturarchiv. Nach der detaillierten Sichtung des Materials als Vorbereitung zur Ergänzung der Bestandlisten auf der Website des Literaturarchivs wird laufend an der Ordnung der Korrespondenzen sowie der Werkmaterialien gearbeitet.

Eine Ausstellung im Literaturarchiv, die Einblicke in die Arbeit dieses insbesondere in den 1970er- bis 1990er-Jahren für die deutschsprachige Literatur maßgeblichen österreichischen Verlags bietet, ist für Sommer 2019 geplant.


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Forschung und Lehre


digital humanities austria 2018

Von 29. November bis 1. Dezember 2018 fand an der Paris Lodron Universität Salzburg die 5. digital humanities austria-Konferenz (dha2018) mit rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter dem Motto „empowering researcher“ statt. Die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB), die Kontaktstelle Citizen Science und die universitäre DH-Plattform dhPLUS organisierten die Veranstaltung.

Das Literaturarchiv war Mitveranstalter des Roundtable zum Thema Bibliotheksdaten in Digital Humanities-Forschungsprojekten, der von Lina Maria Zangerl moderiert wurde.


Erschließung Korrespondenz Robert Jungk

Durch die Unterstützung unserer Praktikantinnen Lisa Brunner und Vera Eßl konnte in den vergangenen Monaten die umfangreiche Korrespondenz aus dem Nachlass des Zukunftsforschers Robert Jungk (1913–1994) sowie die Unterlagen zu seiner Präsidentschaftskandidatur 1992 vollständig erschlossen und verzeichnet werden. Eine ergänzte Übersicht der zahlreichen Korrespondenzpartner findet sich im Nachlass-Dossier auf unserer Website. Außerdem wurden die über 3500 Korrespondenzstücke an Robert Jungk feinerschlossen verzeichnet und sind im Literaturarchiv zugänglich.


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Ankäufe und Schenkungen


Archiv des Salzburger Literaturforums Leselampe

Im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Ausstellung dauerbrenner. 50 Jahre Literaturforum Leselampe ging das umfangreiche Vereinsarchiv, das die Leselampe im Verlauf der fünf Jahrzehnte ihres Bestehens aufgebaut hat, in den Bestand des Literaturarchivs über, wo es in Zukunft der Öffentlichkeit und der literaturwissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stehen wird. Darin befinden sich eine große Zahl an Originalbriefen, von Autorinnen und Autoren eigenhändig korrigierte Manuskripte, Fotografien, Entwürfe, Programme, Zeitungsausschnitte und diverse Materialien, die nicht nur die verschiedenartigen Tätigkeiten des Literaturforums Leselampe dokumentieren, sondern eine wertvolle Grundlage für die weitere Erforschung der neueren Salzburger Literaturgeschichte bilden.


Korrespondenzkarten Stefan Zweigs an Max Fleischer

In Ergänzung zu den Erwerbungen der vergangenen Jahre konnten im November zwei unbekannte Korrespondenzkarten Stefan Zweigs an Max Fleischer ersteigert werden.


Nachlass Georg Rendl

Die Gemeinde St. Georgen bei Salzburg hat per Gemeinderatsbeschluss im Herbst 2018 den umfangreichen schriftstellerischen Nachlass von Georg Rendl (1903–1972) dem Literaturarchiv als Schenkung übergeben.

Georg Rendl, in den 1930er Jahren u.a. durch seine Werke Der Bienenroman (1931), Vor den Fenstern (1932) und die Romantrilogie Die Glasbläser von Bürmoos (1935–37) bekannt geworden, lebte bis zu seinem Tod in St. Georgen. Rendl war Mitglied der Reichsschrifttumskammer und publizierte u.a. auch im nationalsozialistischen Eichblatt-Verlag, dennoch wurde er denunziert und mehrmals von der Gestapo verhört. Auch nach 1945 veröffentlichte Rendl weitere Werke, darunter den Roman Haus in Gottes Hand (1951) sowie die Theaterstücke Bleiben Sie bei uns, Vianney! (1954) und Savonarola (1957), an die großen Erfolge früherer Jahre konnte er aber nicht mehr anknüpfen. Einige seiner Werke wurden in den 1990er Jahren in der Salzburg Bibliothek im Otto Müller Verlag wieder aufgelegt; als Herausgeber fungierte der frühere LAS-Mitarbeiter Hildemar Holl, der auch an der Sicherung des Nachlasses in St. Georgen und am Zustandekommen der Schenkung ans Literaturarchiv maßgeblich beteiligt war.

Rendl war u.a. mit dem Lyriker Jakob Haringer befreundet sowie mit Joseph Roth und Stefan Zweig bekannt. Seine Erinnerungen an die Begegnungen mit Stefan Zweig hielt er in zwei Texten fest, die als Typoskript überliefert sind. Außerdem sind in Georg Rendls Nachlassbibliothek, die sich ebenfalls im Literaturarchiv befindet, 173 Bücher aus der privaten Bibliothek Stefan Zweigs überliefert.

Neben seiner literarischen Tätigkeit war Rendl auch als Maler und Bienenzüchter bekannt. Sein bildnerisches Werk wird weiterhin im Gemeindearchiv in St. Georgen aufbewahrt und dort von der Kunsthistorikerin Hiltrud Oman betreut.

Weitere wichtige Dokumente zum Nachlass Georg Rendls wurden dem Literaturarchiv dankenswerterweise durch seinen Biographen Arnold Nauwerck übergeben. Durch Hans Weichselbaum kam die Rendl-Sammlung von Heinz Erich Klier, die großteils aus unvollständig überlieferten Werktyposkripten besteht, ans Literaturarchiv.

Der nunmehr im Literaturarchiv Salzburg aufbewahrte Nachlass Rendls umfasst 115 Archivboxen und eine Nachlassbibliothek von über 65 Regalmetern.


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Personalia


Als neues Mitglied unseres Teams konnten wir mit 1. Oktober 2018 Caroline Scholzen begrüßen, die eine Ingeborg-Bachmann-Chronik erarbeitet (s.o.).

Im Rahmen der Initiative Kulturpraktikum Salzburg waren 2018 wieder drei Praktikantinnen am Literaturarchiv tätig. Linda Beutel, Lisa Brunner und Vera Eßl haben uns zwischen August und November bei der Betreuung der Ausstellungen, der Verzeichnung und Digitalisierung des kürzlich ergänzten Nachlasses von Robert Jungk und bei der Erschließung von Nachlasskopien für die Salzburger Bachmann Edition unterstützt.


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