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Newsletter vom 16.12.2015

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Literaturarchivs!

In unserem Newsletter, der mit dieser Ausgabe neu gestaltet ist, möchten wir Sie über Aktivitäten und Veränderungen im zweiten Halbjahr 2015, aber auch über bevorstehende Veranstaltungen informieren.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit sowie Glück und Gesundheit fürs kommende Jahr.

Mit den besten Grüßen
das Team des Literaturarchivs

Aktuelle Ankündigungen


Pater Thomas Michels (1892-1979) – Mönch, Gelehrter, Politiker

Pater Thomas Michels (1892-1979) – Mönch, Gelehrter, Politiker

Am 14. Jänner 2016 um 19.00 Uhr wird im Literaturarchiv eine Ausstellung über Pater Thomas Michels eröffnet, einen Salzburger Benediktiner, der zeitlebens zahlreiche Menschen stark beeindruckt hat. Die von Alexander Pinwinkler kuratierte Schau, die bis 25. Februar zu sehen sein wird, thematisiert das Eintreten von Thomas Michels für die katholische Universitätsidee im Austrofaschismus und in der Zweiten Republik ebenso wie sein US-Exil in den Jahren 1938 bis 1947. Die Ausstellung vermittelt darüber hinaus neue Perspektiven auf Michels als Intellektuellen mit einem weit verzweigten Freundeskreis. Er korrespondierte mit zahlreichen Theologen und Politikern ebenso wie mit Künstlern und Wissenschaftlern: Der Bildhauer Toni Schneider-Manzell, die Komponisten Carl Orff und Egon Wellesz, der Schriftsteller Karl Wolfskehl oder der Architekt Clemens Holzmeister waren nur einige von jenen, deren Präsenz im Leben von Thomas Michels dessen Weltläufigkeit und Mittlerfunktion eindrucksvoll dokumentiert.

Am 21. Jänner 2016 um 19.00 Uhr werden im Literaturarchiv zwei Vorträge über diese bedeutende Salzburger Persönlichkeit und ihren historischen Lebenskontext stattfinden:

Helga Embacher: Flucht und Vertreibung in Europa von 1933 bis zur Gegenwart;

Alexander Pinwinkler: Flucht, Exil und Remigration: Der Dollfuß-Anhänger Pater Thomas Michels zwischen Deutschland, Österreich und den Vereinigten Staaten.

Weitere Informationen zur Ausstellung


Buchpräsentation Andrea Grill

Am 19. Jänner 2016 um 19.00 Uhr wird in der Fachbibliothek Unipark als Koproduktion zwischen Literaturarchiv und Universitätsbibliothek der neue Roman Das Paradies des Doktor Caspari von Andrea Grill präsentiert (erschienen im Paul Zsolnay Verlag, Wien).

Andrea Gril: Das Paradies des Doktor Caspari

Manfred Mittermayer wird in das Buch einführen und nach der Lesung ein Gespräch mit der Autorin führen.

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Ausstellungen


„Der Gesang des Todes“. Robert Musil und der Erste Weltkrieg

Die Ausstellung „Der Gesang des Todes“. Robert Musil und der Erste Weltkrieg, gestaltet vom Literaturhaus München in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte Schloss Tirol, wurde in Kooperation mit der Adolf Haslinger Literaturstiftung und dem Fachbereich Germanistik von 19. Juni bis 28. August im Literaturarchiv präsentiert. In einzelnen Stationen und Werkinseln wurden Leben und Werk Robert Musils bis 1918 sowie die politischen Hintergründe künstlerisch und audiovisuell dargestellt.

Derzeit ist die Ausstellung in veränderter Form unter dem Titel Landsturmbezirkskommando Linz 20. August 1914. Robert Musil und der Erste Weltkrieg im StifterHaus Linz zu sehen (bis 26. März 2016).

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Veranstaltungen und Vorträge


Lange Nacht der Museen

Kinderprogramm im Literaturarchiv

Auch 2015 beteiligte sich das Literaturarchiv wieder an der „ORF – Langen Nacht der Museen“, die am 3. Oktober stattfand. Neben Führungen durch das Literaturarchiv las der Schauspieler Michael Kolnberger Texte von Alexander Moritz Frey, Walter Kappacher und Stefan Zweig; bei einem Handschriften-Workshop konnten Dichterhandschriften kennengelernt und das Lesen alter Schriftformen geübt werden. Außerdem bot das LAS erstmals auch ein Kinderprogramm an, bei dem Exlibris-Stempel und Lesezeichen gebastelt wurden. Den Gesamterlös aus Bücherflohmarkt, Spenden und Buffet erhielt die Caritas Österreich.


Thomas Bernhard Tage St. Veit 2015

Am 9. und 10. Oktober fanden in St. Veit im Pongau die 21. Thomas Bernhard Tage statt, die sich diesmal dem Thema Leben – ORTE – Werk widmeten. Bei der in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg (Fachbereich Germanistik) und dem Literaturarchiv Salzburg organisierten Veranstaltung (Konzeption: Harald Gschwandtner, Martin Huber) sprachen Manfred Mittermayer über biographische Haupt-Orte, Renate Langer über die Kindheitslandschaft Flachgau, Klaus Amann über den Tonhof, Tim Reuter über Bernhards Luxemburg-Aufenthalte, Stefan Winterstein über die literarische Wien-Topographie und Martin Huber über Berge im Gesamtwerk des Autors.


Abend zu Georg Trakl

Am 27. Oktober fand als Zusammenarbeit zwischen dem Internationalen Trakl-Forum der Salzburger Kulturvereinigung und dem Literaturarchiv Salzburg eine Veranstaltung zu Georg Trakl statt. Zuerst präsentierte Oswald Putzer (Wien) unter dem Titel Du und Salzburg seine Hommage an Trakl: Hidden Death. Coding Georg Trakl, die im Veranstaltungssaal des Literaturarchivs installiert wurde. Dann wurden künstlerische Auseinandersetzungen mit Trakls Gedicht Die junge Magd in Rezitation und Filmen von Herbert Vesely (1952, Musik: Gerhard Rühm) und Hans Emmerling (1987, Musik: Paul Hindemith) gezeigt und kommentiert. Gestalter des Abends waren Hans Weichselbaum und Manfred Mittermayer.


Bernhard-Symposium in London

Bei dem am 19. und 20. November im Senate House der University of London vom Ingeborg Bachmann Centre for Austrian Literature und dem Institute for Modern Language Research veranstalteten Bernhard-Symposium „...under the spell“: Thomas Bernhard‘s reception in the anglophone world hielt Martin Huber unter dem Titel „wäre ich doch ... in London geblieben“ einen Vortrag über die englische Gegenwelt im Werk Thomas Bernhards.


FUNDSTELLE Netz

Am 19. November lud das Literaturarchiv zur ersten Veranstaltung der von Harald Gschwandtner und Lina Maria Zangerl neu begründeten Reihe FUNDSTELLE ein. Neben der Präsentation eigener Bestände sollen in dieser Veranstaltungsreihe aktuelle Fragen und Herausforderungen an Gedächtnisinstitutionen (Archive, Bibliotheken, Museen) in den Blick genommen werden. Unter dem Titel Trailer – Tweet – Archiv. Autorschaft im Web standen neue Formen der Literaturvermittlung online, wie Buchtrailer und Marketing in sozialen Netzwerken, zur Diskussion. Zu Gast war Anna Jung (Jung und Jung Verlag), die Mitbegründerin der Literatur-Webseite zehnSeiten.de.


Abend zu Robert Jungk

Am 26. November hielt Torsten Kathke, Postdoctoral Fellow am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (Köln), im Veranstaltungssaal des Literaturarchivs unter dem Titel Das Erkannte teilen: Gegenwartsdiagnosen eines Zukunftsforschers einen Vortrag über Robert Jungk. Kathke analysierte die Gründe für den Ende der 1980er Jahre einsetzenden Bedeutungsverlust von Jungks gesellschaftspolitischen Visionen im öffentlichen Diskurs. Es folgte ein Gespräch zwischen dem Vortragenden und Walter Spielmann, Leiter der Robert-Jungk-Stiftung / Bibliothek für Zukunftsfragen (Salzburg), die auch Kooperationspartner des Abends war. Die Veranstaltung hatte sich aus einem Forschungsaufenthalt Kathkes im März d. J. im Literaturarchiv entwickelt, der Arbeiten am Nachlass Robert Jungks gewidmet war.


Sylvester-Wagner-Abend

Zum 150. Todestag des Henndorfer Dichters Sylvester Wagner (1807–1865) fand am 11. Dezember im Literaturhaus Henndorf, dem Geburtshaus von Thomas Bernhards Großvater Johannes Freumbichler, ein Sylvester-Wagner-Abend statt. Der Mundartrezitator Martin Moser las mundartliche und hochdeutsche Texte des Dichters, Gabriele Dau (Literaturhaus Henndorf) führte ein Gespräch mit Silvia Bengesser-Scharinger, deren Beitrag über diesen interessanten, jedoch wenig rezipierten Autor des Wiener Vormärz im Band 7 der „Schriftenreihe Literaturhaus Henndorf“ erscheinen wird.

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Ankäufe, Leihgaben, Geschenke


Ankauf Korrespondenz Walter Kappacher

Im November konnte das Literaturarchiv zwei bedeutende Briefkonvolute aus dem Besitz von Walter Kappacher erwerben. Das erste Konvolut umfasst Briefe von Walter Kappacher, v.a. aus dem Jahr 1971, an eine nicht genannte Adressatin (dieses Konvolut bleibt auf Wunsch des Autors bis 2030 gesperrt). Bei dem zweiten Konvolut handelt es sich um Briefe zwischen Kappacher und dem Schriftsteller Herrmann Peter Piwitt aus den Jahren 2008 bis 2015. Die beiden Korrespondenzen bilden eine Ergänzung zum bereits im Literaturarchiv aufbewahrten Teilvorlass Walter Kappachers.


Dauerleihgabe Nachlass Christian Martin Fuchs

Der Nachlass des 2008 in Salzburg verstorbenen Schriftstellers und Dramaturgen, Christian Martin Fuchs, wurde dem Literaturarchiv Salzburg von den Erben als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Fuchs war Mitbegründer der Wiener Straßenzeitung FALTER, veröffentlichte von 1990 bis 2006 Prosabände im Residenz Verlag (Salzburg, Wien), war von 1988 bis 2004 Chefdramaturg am Salzburger Landestheater und zuletzt Dramaturg in Reinhard Schwabenitzkys Star*Film GmbH; für das 2008 an der Semper Oper Dresden uraufgeführte Musiktheaterstück La Grande Magia (Musik: Manfred Trojahn) schrieb er sein letztes Libretto. Sein Nachlass wird voraussichtlich ab Frühjahr 2016 im Literaturarchiv Salzburg zugänglich sein.

Christian Martin Fuchs

Christian Martin Fuchs © Renate Fuchs

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Publikationen


Thomas-Bernhard-Biografie

Anfang Oktober 2015 erschien im Residenz Verlag, der gleichzeitig aus St. Pölten an seine früheren Verlagsorte Salzburg und Wien zurückkehrte, der Band Thomas Bernhard. Eine Biografie von Manfred Mittermayer. Die Arbeit an dem Buch erfolgte zu einem großen Teil während der Tätigkeit des Autors am „Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie“ (Wien) im Rahmen einer Kooperation mit der Thomas Bernhard Privatstiftung. Zu dieser Zeit fungierte Mittermayer auch als Mitherausgeber von fünf Bänden der Thomas Bernhard Werkausgabe sowie als einer der Kuratoren einer Ausstellung über Bernhards Theaterarbeit. Entsprechend gehören zu den Schwerpunkten der neuen Biografie neben der ungewöhnlichen Familiengeschichte Bernhards u.a. die komplizierte Beziehung zwischen (auto-)biografischen und fiktionalen Inhalten im Schreiben dieses Autors, aber auch seine Werk- und Publikationsgeschichte als Prosaschriftsteller und Dramatiker.


Thomas Bernhard Werkausgabe

Anfang November 2015 erschien im Suhrkamp Verlag (Berlin) Band 22 der Thomas Bernhard Werkausgabe: Journalistisches, Reden, Interviews (Bandherausgeber: Wolfram Bayer, Martin Huber und Manfred Mittermayer). Somit liegt nun der letzte Band der 2003 begonnenen und von Martin Huber sowie – bis zu seinem Tod 2008 – von Wendelin Schmidt-Dengler herausgegebenen Ausgabe vor.

Band 22 umfasst aufgrund des Umfangs des Textkorpus und des ausführlichen Kommentars zwei Teilbände: Teilband I versammelt Bernhards frühe journalistische Arbeiten, Gerichtssaalberichte, Beiträge für Zeitschriften und Sammelbände, Leserbriefe, Offene Briefe und Telegramme. Teilband II enthält Bernhards Reden und Interviews, darunter den von Ferry Radax gedrehten Fernseh-Monolog Drei Tage oder die Filme Monologe auf Mallorca und Die Ursache bin ich selbst von Krista Fleischmann, ergänzt um postum erschienene Werke wie etwa Meine Preise.


Das Rom der Ingeborg Bachmann

Im Herbst 2015 erschien der von Irene Fußl und Arturo Larcati verfasste Band über Das Rom der Ingeborg Bachmann. In diesem von der Fotografin Angelika Fischer exklusiv bebilderten Büchlein der Reihe Wegmarken (Edition A B Fischer, Berlin) wird sowohl im Text als auch in zahlreichen Abbildungen den vielfältigen Verbindungen zwischen diesem für die Autorin bedeutsamen Lebensort und ihrem Leben und Werk nachgegangen. Denn nach Rom kehrte Ingeborg Bachmann trotz vieler Aufbrüche immer wieder zurück.

Das Rom der Ingeborg Bachmann

Eine Präsentation dieses Bandes ist für das Frühjahr geplant.


Salzburger Bachmann Edition

Am 15. Juli d. J. erhielten alle bis dato nominierten BandherausgeberInnen der Salzburger Bachmann Edition die vorläufige Endfassung der Editionsrichtlinien. Am 15. Oktober wurde während der Frankfurter Buchmesse der Vertrag zwischen den Verlagen Suhrkamp und Piper unterzeichnet. Damit rückt der für 2016 geplante Beginn der Edition in realistische Nähe.

Bis Jahresende wird der zweite Teil der Bachmann-Chronologie auf der Grundlage der Korrespondenz zwischen Ingeborg Bachmann und dem Suhrkamp Verlag resp. Siegfried Unseld von Martina Wörgötter abgeschlossen sein: Allen BandbearbeiterInnen steht somit künftig ein detailliertes biographisches Zeitgerüst zur Verfügung.

Die Katalogisierung der gesamten Korrespondenz wurde am 24. Juli von Andrea Hipfinger (LIT der ÖNB) abgeschlossen. Bei der anstehenden Inventarisierung des Werknachlasses ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Literaturarchiv der ÖNB und der Salzburger Bachmann Edition vorgesehen; die von den HerausgeberInnen nichtautorisierter Werkbände vorgenommene Anordnung des textgenetischen Materials wird in einigen Fällen die archivarische Ordnung maßgeblich mitbestimmen.

Mit Hilfe zweier Praktikantinnen wurde eine umfangreiche Sammlung von Paratexten, die Isolde Moser und Heinz Bachmann dem Literaturarchiv Salzburg überlassen haben, soweit inventarisiert, dass sie für die Kommentierung der Werk- und Briefbände genützt werden kann.

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Lehre und Fortbildung


Kulturpraktikum

Im Rahmen der Initiative Kulturpraktikum Salzburg schrieb das Literaturarchiv 2015 zwei Praktika aus. Simone Lettner und Gabriela Tomaschko absolvierten zwischen August und November ihre Praktika und leisteten u.a. einen wertvollen Beitrag bei der Erschließung und Verzeichnung von Beständen (z.B. der im Literaturarchiv aufbewahrten Sammlungen zu Stefan Zweig).

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Personalia


Zu Beginn des Jahres 2016 wird Irene Fußl nach ihrer Karenzzeit zu 50 Prozent ihrer Dienstverpflichtung auf ihre Stelle als Senior Scientist im Literaturarchiv zurückkehren. Die zweite Hälfte dieser Stelle wird weiterhin von Silvia Bengesser-Scharinger vertreten werden. Martina Wörgötter danken wir für ihre engagierte und kompetente Arbeit während des letzten Jahres und wünschen ihr für ihre berufliche Zukunft alles Gute.

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