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Newsletter vom 30.Juni 2016

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Literaturarchivs!

Wie gewohnt, informieren wir Sie auch diesmal am Ende eines ereignisreichen Universitätsjahres über aktuelle Veranstaltungen, Erwerbungen, Publikationen und sonstige wissenswerte Neuigkeiten aus dem Literaturarchiv Salzburg.

Wir eröffnen mit der Rubrik "las* funde" eine neue Reihe, in der wir Ihnen in jedem Newsletter eine Archivalie vorstellen, von der wir glauben, dass sie Ihr Interesse verdient. Diesmal handelt es sich um den Text eines Autors, dessen 100. Geburtstag zu begehen, dessen Name aber heute kaum mehr bekannt ist. Sein hier besprochener antifaschistischer Text besitzt größere Aktualität als uns das lieb ist.

Das Team des Literaturarchivs wünscht Ihnen schöne und erholsame Sommerwochen.

Mit den besten Grüßen
das Team des Literaturarchivs

Aktuelle Ankündigungen

SOMMERAUSSTELLUNG 2016


Dichter bei den Festspielen: Thomas Bernhard – Peter Handke

Bei den Salzburger Festspielen 2016 wird Thomas Bernhards Stück Der Ignorant und der Wahnsinnige neu inszeniert. Aus diesem Anlass zeigt das Literaturarchiv in Zusammenarbeit mit der Adolf Haslinger Literaturstiftung, dem Archiv der Salzburger Festspiele sowie den Freunden der Salzburger Festspiele die Ausstellung Dichter bei den Festspielen: Thomas Bernhard – Peter Handke.

Von Bernhard wird neben dem aktuellen Festspielstück besonders die Komödie Der Theatermacher behandelt, die zu seinem am häufigsten inszenierten Drama avanciert ist. Im Mittelpunkt des Handke-Schwerpunkts steht neben seinem bislang letzten Festspielstück Immer noch Sturm, dessen gesamter Entstehungsprozess durch einen der wertvollsten Bestände des Literaturarchivs dokumentiert ist, auch das Stück Über die Dörfer, zu dem noch nie gezeigte Materialien aus dem Nachlass des Gründers der Stiftung Salzburger Literaturarchiv, Adolf Haslinger, zu sehen sein werden.

Kuratiert wird die Ausstellung von Martin Huber und Manfred Mittermayer, die künstlerische Gestaltung liegt bei Peter Karlhuber.

Die Eröffnung findet am 3. August 2016 um 18.00 Uhr in der Max Gandolph Bibliothek (Kapitelgasse 5-7) statt, die Ausstellung ist von 4. bis 31. August 2016 geöffnet (Mo-Fr 10-17 Uhr, Sa, So 13-18 Uhr), der Eintritt ist frei.


FUNDSTELLEArchiv

In der Reihe FUNDSTELLE wird am 30. November 2016, anlässlich des 100. Geburtstags von Josef Hofmann und Felicie Rotter, eine Veranstaltung im Literaturarchiv stattfinden: Geplant sind eine Kurzpräsentation der Nachlassbestände, ein moderiertes Gespräch über Leben und Werk der beiden Autoren, die lange in Salzburg gelebt haben, und eine Lesung aus ihren Texten.


Lange Nacht der Museen

Am 1. Oktober 2016 wird das Literaturarchiv im Rahmen der Langen Nacht der Museen wieder eine Reihe von Veranstaltungen anbieten: Neben Führungen (19.00, 23.00 und 00.00 Uhr), einem Handschriften-Workshop (21.00 Uhr) und einem Kinderprogramm (18.00 bis 20.30 Uhr) wird die Schauspielerin Ulrike Arp um 20.00 und 22.00 Uhr in einer Lesung Texte aus dem Literaturarchiv zu Gehör bringen.


Thomas-Bernhard-Tage St. Veit

Am 7./8. Oktober 2016 finden in St. Veit im Pongau die 22. Thomas-Bernhard-Tage statt. Die diesmal von Harald Gschwandtner konzipierte Veranstaltung beschäftigt sich unter dem Titel Verlage, Redaktionen, Bücher mit Publikationsgeschichten um den Autor. Nach einer Lesung von Teresa Präauer (7. Oktober, 19.30 Uhr), folgen am 8. Oktober Vorträge und Gespräche mit Wolfram Bayer, Manuela Dressel, Krista Fleischmann, Martin Huber, Jochen Jung, Manfred Mittermayer, Evelyne Polt-Heinzl, Ursula Schneider und Annette Steinsiek.


Salzburger Bachmann Edition

Am 25. Juni 2016 jährte sich der Geburtstag von Ingeborg Bachmann zum 90. Mal. Aus diesem Anlass werden im Spätherbst die ersten beiden Bände der Salzburger Bachmann Edition bei Suhrkamp in Kooperation mit dem Piper Verlag erscheinen, die von Hans Höller und Irene Fußl als Gesamtherausgeber sowie Silvia Bengesser-Scharinger und Martin Huber als wissenschaftliche Mitarbeiter betreut wurden.

Der erste Band, der von Isolde Schiffermüller und Gabriella Pelloni (Universität Verona) herausgegeben wird, trägt den Titel Male oscuro. Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit und veröffentlicht erstmals bisher gesperrte Traumnotate, Briefe, Brief- und Redeentwürfe der Autorin. Diese Texte sind als Grundelemente der späten Todesarten-Texte von großem literarischen Interesse.

Der zweite Band der Salzburger Bachmann Edition, Das Buch Goldmann, wird von Marie Luise Wandruszka (Universität Bologna) herausgegeben und präsentiert Ingeborg Bachmanns großes Erzählvorhaben, an dem sie bis zuletzt festhielt, in einer Edition, die das fragmentarisch überlieferte Werk als Projekt eines rettenden Erzählens sichtbar macht.

Suhrkamp Verlag: Male oscuro

Suhrkamp Verlag: Das Buch Goldmann


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las* funde


Josef Hofmann

Am 4. Juli 2016 jährt sich der 100. Geburtstag des Lyrikers und katholischen Antifaschisten Josef Hofmann (4.7.1916, Lauffen b. Bad Ischl – 15.2.2002, Salzburg). Der Nachlass des Dichters, der von Adolf Hahnl, dem ehem. Leiter der Stiftsbibliothek St. Peter, vorgeordnet wurde, befindet sich seit 2013 im Literaturarchiv Salzburg, gemeinsam mit einem Ölporträt Hofmanns und seinem Arbeitstisch mit Stühlen.

Zu dem umfangreichen Werknachlass, bestehend u.a. aus Gedicht- und Prosamanuskripten, bzw. -typoskripten, gehört auch ein Konvolut von eigenhändig korrigierten Typoskripten seiner Autobiographie Als Katholik unter Nazis. Mein Leben mit der Kirche in den Jahren 1939 bis 1945, die 2002 im Stella Maris Verlag (Buttenwiesen) publiziert wurde.

Hofmanns Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror steht in enger Verbindung zum religiös motivierten Pazifismus Franz Jägerstätters, über den er einen nicht publizierten Vortrag verfasst hat. Die Abbildung zeigt ein Blatt der letzten Korrekturfassung des Kapitels Die Nähe zu Judas aus seinem autobiographischen ‚Bekenntnis‛.

(Silvia Bengesser-Scharinger)


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Ausstellungen


1986. Politik – Literatur

Aus Anlass der 20. Arbeitstagung der KOOP-LITERA Österreich, des Netzwerks der österreichischen Literaturarchive, die Ende April im Literaturarchiv Salzburg stattfand, zeigte eine Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel 1986. Literatur – Politik eine an dieser Jahreszahl orientierte Auswahl aus den Beständen der beteiligten Archive. 1986 war international (Tschernobyl) wie auch in Österreich (Waldheim-Wahl) ein Jahr mit einschneidenden Ereignissen. Viel spricht dafür, 1986 mit seiner breiten öffentlichen Diskussion über die Rolle Österreichs im Nationalsozialismus als Umbruchsjahr zu sehen.

Die ausgestellten Vor- und Nachlassmaterialien österreichischer Autorinnen und Autoren behandelten u.a. die Diskussion über die Waldheim-Wahl, die Atomkatastrophe von Tschernobyl, die Kontaktaufnahme Claus Peymanns mit Peter Turrini, 1986 erschienene oder in diesem Jahr spielende Romane; ein Beitrag schließlich warf von 1986 einen Blick nochmals 30 Jahre zurück ins Jahr 1956, als nach dem Ungarn-Aufstand 200.000 Flüchtlinge nach Österreich kamen – ein Thema, das uns direkt in unsere Gegenwart führt.


Pater Thomas Michels (1892-1979) – Mönch, Gelehrter, Politiker

Die Ausstellung über den aus Maria Laach stammenden Benediktiner Mönch Pater Thomas Michels, die von 14. Jänner bis 25. Februar 2016 im Literaturarchiv zu sehen war, wurde von Alexander Pinwinkler kuratiert. Schwerpunkte der auf umfangreichen Quellenstudien in Maria Laach, Salzburg, Wien, Rom, Berlin und den USA fußenden Schau bildeten das Wirken von P. Michels in Salzburg während der Ersten Republik (1929-1938), die Emigrationsjahre in den USA (Keyport, Vermont, New York) sowie seine Remigration 1947 nach Salzburg. Eine Dokumentation der Ausstellung finden Sie unter:

Internetpräsentation der Ausstellung


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Veranstaltungen und Vorträge


20. Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive (KOOP-LITERA Österreich)

Von 27. bis 29. April fand am Literaturarchiv die 20. Arbeitstagung der österreichischen Literaturarchive (KOOP-LITERA Österreich) statt. Zum Jubiläum widmete sich die Arbeitstagung den Themen digitale Nachlasserschließung und Umgang mit digitalen Nachlässen von Autorinnen und Autoren. Beide Komplexe bilden für Literaturarchive aktuelle Herausforderungen: Wie ist das Überleben von Archiven zu gewährleisten, wenn alles digital vorhanden ist und wie ändert sich ihre Rolle?

Diese und weitere Themen wurden in theoretischen Vorträgen und Projektberichten von Vertreterinnen und Vertretern aus deutschen und österreichischen Literaturarchiven beleuchtet und fanden regen Publikumszuspruch.

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Rauriser Literaturtage

Von 30. März bis 3. April 2016 fanden die Rauriser Literaturtage statt, deren Intendanz Manfred Mittermayer (gemeinsam mit Ines Schütz) seit vier Jahren vom Literaturarchiv aus versieht. Im Jahr 2016 stand, passend zum Jubiläum Salzburg 20!6, das Thema Geschichte.Erzählen im Mittelpunkt. Dabei wurden neben zahlreichen internationalen Schriftsteller/innen u.a. mit Elisabeth Reichart, Ludwig Laher und Erich Hackl auch eine Autorin und zwei Autoren eingeladen, die durch ihr Studium mit der Universität Salzburg verbunden sind; ein Podiumsgespräch zum Thema Salzburg – Geschichte – Literatur, bei der die Professoren Robert Hofmann und Karl Müller mitwirkten und das am 10. April auch von Radio Salzburg ausgestrahlt wurde, hatte ebenfalls einen Bezug zur Salzburger Universität.

Weitere Informationen

Fotogalerie


Buchpräsentation

Am 15. März wurde die Publikation Das Rom der Ingeborg Bachmann (Edition A·B·Fischer, Berlin) von Irene Fußl und Arturo Larcati im Literaturarchiv vorgestellt. Darin werden im Zusammenspiel mit Fotografien von Angelika Fischer die Verbindungen zwischen diesem für die Autorin entscheidenden Lebensort und ihrem Leben, aber auch ihrem Werk nachgezeichnet.

Nach einer Präsentation der beiden Autoren folgte eine Grußbotschaft des Verlegers, eine Videobotschaft von Dr. Heinz Bachmann, eine Lesung aus Ingeborg Bachmanns Text Was ich in Rom sah und hörte mit einer begleitenden Diashow der Fotos von Angelika Fischer sowie eine Gesprächsrunde mit Heinrich Schmidinger, Hans Höller, Irene Fußl und Arturo Larcati, die von Manfred Mittermayer moderiert wurde.


Henndorfer Einkehr – Literaturhaus Henndorf

Bei der vom Arbeitskreis Regionale Sprache und Literatur mitveranstalteten 14. Henndorfer Einkehr am 23./24. April 2016 war Silvia Bengesser-Scharinger gemeinsam mit Peter Mauser (Universität Salzburg) und Peter Haudum (ehem. Pädagogische Hochschule Salzburg) verantwortlich für die Akademische Einkehr. Aus diesem Anlass gab sie über 30 Mundartdichter/innen des Landes Salzburg eine Einführung in die Dauerausstellung des Literaturhauses Henndorf.


Vorträge zu Thomas Bernhards Theaterstücken

Zweimal hielt Manfred Mittermayer anlässlich von Neu-Inszenierungen der Thomas-Bernhard-Komödie Die Macht der Gewohnheit einführende Vorträge über die Dramen des Autors. Am 7. Jänner 2016 war er anlässlich einer Aufführungsserie des Stücks an der Universität Tel Aviv zu Gast; am 4. Juni 2016 sprach er bei einem Symposium über Bernhards Werk mit dem Titel Theater Kunst Leben, das von der Universität Konstanz anlässlich der Neuinszenierung des Stücks durch Jo Fabian am Stadttheater Konstanz veranstaltet wurde.


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Ankäufe


Ankauf Briefe Stefan Zweigs an Victor und Max Fleischer

Im April und Juni konnte das Literaturarchiv bisher unbekannte Briefe Stefan Zweigs an die Brüder Victor und Max Fleischer erwerben. Es handelt sich um insgesamt 25 Briefe, Post- und Korrespondenzkarten aus den Jahren 1901 bis 1927, die u.a. über frühe literarische Arbeiten und die Dissertationszeit Zweigs Aufschluss geben. Zusätzlich wurden 8 Briefe und Karten von Friderike von Winternitz, der ersten Frau Stefan Zweigs (von 1920 bis 1938), an Victor Fleischer aus den Jahren 1914 bis 1916 erworben.


Peter Stephan Jungk

Im Verlauf des Jahres 2015 konnten (in Einzeltranchen) die bisher entstandenen 55 Tagebücher von Peter Stephan Jungk erworben werden. Johann Holzner bezeichnet sie in seinem Gutachten über den bisher vorliegenden Vorlass des zeitweise in Salzburg beheimateten Autors und Sohnes von Robert Jungk, dessen Nachlass ebenfalls im Literaturarchiv zugänglich ist, als Kernbereich dieses Vorlasses, der sich zum Teil bereits im Literaturarchiv befindet.


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Publikationen


Sylvester Wagner

Über den 1848er Revolutionär und Henndorfer Dichter Sylvester Wagner (1807–1865), den Prosaisten und Verfasser von Mundartgedichten im Flachgauer Dialekt, erschienen von Silvia Bengesser Beiträge in der Schriftenreihe Literaturhaus Henndorf, 7 (2016), und in der Zeitschrift Salzburger Volks.Kultur.Gut, 40/1 (2016).


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Forschung


Forschungsaufenthalt Oliver Matuschek

Im Rahmen des Scientist-in-Residence-Programms der Stadt Salzburg war Oliver Matuschek von Jänner bis Februar am Literaturarchiv zu Gast. Gemeinsam mit dem Stefan Zweig-Experten wurde weiter an der Erschließung des 2014 erworbenen Stefan-Zweig-Bestands sowie der weiteren Zweig-Bestände des Archivs und der Adolf Haslinger Literaturstiftung gearbeitet. Zudem gab es umfangreiche Vorarbeiten zu einer digitalen Präsentation der in Salzburg erhaltenen Originale von Stefan Zweig, die im Rahmen eines dreijährigen Projekts gemeinsam mit Oliver Matuschek umgesetzt werden soll. Das Projekt setzt sich ein Internetportal zum Ziel, das neben einer Verzeichnung der handschriftlichen Quellen auch digitale Faksimiles, versehen mit Metadaten, online zur Verfügung stellt. Ausgewählte thematische und biographische Zugänge sollen in Leben und Werk des Schriftstellers einführen.


Forschungsaufenthalt Rita Svandrlik

Rita Svandrlik (Universität Florenz) hielt sich von 7. bis 11. April am Literaturarchiv auf, um an dem von ihr betreuten Erzählband Das dreißigste Jahr zu arbeiten. Die Publikation dieses Werkbands der Salzburger Bachmann Edition ist für 2018 geplant.


Forschungsaufenthalt Marie Luise Wandruszka

Von 18. bis 22. April fanden am Literaturarchiv Salzburg intensive Arbeitsgespräche zwischen Marie Luise Wandruszka (Universität Bologna), der Bandherausgeberin von Ingeborg Bachmanns Das Buch Goldmann, Hans Höller, Irene Fußl und Silvia Bengesser-Scharinger statt. Das Buch Goldmann wird Ende des Jahres als zweite Publikation der Salzburger Bachmann Edition bei Suhrkamp erscheinen.


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Personalia


Seit Anfang 2016 ist Irene Fußl-Pidner nach ihrer Karenzzeit zu 50 Prozent ihrer Dienstverpflichtung auf ihre Stelle als Senior Scientist im Literaturarchiv zurückgekehrt. Außerdem gratulieren wir unserer Kollegin herzlich zur Eheschließung!

Mit März 2016 hat Julian Sagmeister das Literaturarchiv verlassen, er ist nun an der Fachbereichsbibliothek Philosophie der Katholisch-theologischen Fakultät beschäftigt. Auch dem ehemaligen Kollegen dürfen wir herzlich zur Geburt seines Sohnes gratulieren!

Als Karenzvertretung für Elke Tomasi ist derzeit eine halbe Stelle als Referent/in am Literaturarchiv ausgeschrieben.

Stellenausschreibung am Literaturarchiv


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